Das denkt die Gemeinde

Auf dem Pfarrfest 2007 luden wir am Infostand zur Jahresaktion alle Gemeindemitglieder ein, mit uns über das Thema "Behinderung" nachzudenken. Als Hilfsmittel hatten wir Statement-Säulen aufgebaut, deren Spitze mit einer provokanten Aussage, einer Frage oder einem Denkanstoss versehen war.
Jeder Pfarrfestbesucher hatte nun die Möglichkeit, seine Meinung auf einen kleinen Zettel zu schreiben und diesen an die Säulen zu hängen. So ergab sich im Laufe des Tages ein buntes Meinungsbild zu verschiedenen Themen.

Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben.
Hier nun die Ergebnisse:

Was ist schon normal?

„Es gibt keinen Durchschnitt fürs „normalsein“. Wer sich für normal hält weiß es eben nicht besser.
Ich bin stolz nicht „normal“ zu sein, denn das macht mich aus.“

„Für „diese Welt“ sind wir Christen nicht normal…
Es ist doch nicht „normal“- in einer Welt wo Terror und Gewalt herrscht-zu LIEBEN.
Ich bin (in diesem Sinne) froh „nicht normal“ zu sein.“

„ „Normal“ kann man nicht definieren!“

„Die Grenzen sind fließend.“

„Gibt es „normal“ überhaupt?“

„Niemand ist normal.“

„Was ist schon normal? Wenn alle Körperfunktionen das tun, was sie tun sollen?“

„Normal ist alles was mich umgibt, besonders Menschen, in allen Lebenszuständen. Ich muss mich dennoch zwingen normal auf Menschen zuzugehen, die nicht zu meinem Alltag gehören.“

„Ehrenamtliches Engagement an viele Stellen: Familie, Gemeinde, Schule…und das obwohl uns oft Steine in den Weg gelegt werden: ist das normal?“

„Es ist normal verschieden zu sein!“

Was bedeutet für mich behindert sein?

„Behinderte sind kein Gesellschaftsproblem! Sie sind Gesellschaft!“

„Leben mit Einschränkungen.“

„Behindert sein bedeutet für mich, nicht anders zu sein.
Es bedeutet für mich, dass es einfach Menschen gibt, denen eine „Funktion“ fehlt, die dadurch einfach auf Hilfe angewiesen sind. Aber es bringt einen selber nicht um, anderen die Hilfe anzubieten oder sie zu unterstützen.“

„Behindert sein bedeutet für mich, dass man zwar in dieser Sache anders ist als die anderen, doch Menschen die z.B. gehbehindert sind, sind in charakterlichen Eigenschaften genauso, wie „normale“ Menschen auch.“

„ „Du bist doch behindert!“- Denken andere eigentlich über diese Aussage nach? Wenn die sogenannten „Normalen“ einfach mal über ihren Schatten springen würden, könnten die „Spastis“ ohne seltsame Seitenblicke die Straße überqueren. Da stellt sich doch die Frage: WER BEHINDERT HIER WEN?“

„So gesehen ist das eine Frage des Maßstabes. Stell dir vor es gäbe Menschen, die z.B. Y-Strahlen wahrnehmen können. Dann bin ich behindert, weil ich das nicht kann. Mir fehlt also ein Teil Wahrnehmung der Welt. Jedes menschliche Leben hat seine Grenzen- nur Gott hat keine Grenzen. Und jetzt? Was bleibt ist, uns gegenseitig zu helfen, unsere Grenzen zu ertragen.“

Was ist anders an mir?

„Mir gehen die Haare aus.“

„Ich habe Segelohren.“

„Mein rechtes Bein ist kürzer als das linke.“

„Ich habe einen Grützbeutel (Überbein) im Arm.“

„Ich finde, dass n mir viele Sachen anders sind, als bei anderen. Ich habe Eigenschaften, die andere nicht haben. Entweder beneiden sie mich um diese, oder sie bemitleiden mich. Doch dies hat jeder und ich finde es gut, dass jeder seine guten UND seine schlechten Seiten hat.“

„Ich bin anders: Ich bin Biobäuerin. Ich stehe jeden Tag früh auf und melke meine Kühe. Ich habe mich freiwillig dafür entschieden. Ich liebe es. Ich bin 27 und liebe mein Leben!!“

„Ich habe sehr viel Glück!“

„Ich habe als Frau Schuhgröße 42!“

„Ich arbeite gerne in meiner Freizeit mit Jugendlichen.
Ich schlage mir Nächte um die Ohren.
Ich verbringe meinen Urlaub mit Kindern.
…ich finde das ist normal.
Bin ich das etwa nicht?“

 

zurück