Das denkt die Gemeinde

Auf dem Pfarrfest 2008 luden wir am Infostand zur Jahresaktion alle Gemeindemitglieder ein, mit uns über das Thema "Armut" nachzudenken. Als Hilfsmittel hatten wir 7 Statement-Säulen aufgebaut, deren Spitze mit einer provokanten Aussage, einer Frage oder einem Denkanstoss versehen war.
Jeder Pfarrfestbesucher hatte nun die Möglichkeit, seine Meinung auf einen kleinen Zettel zu schreiben und diesen an die Säulen zu hängen. So ergab sich im Laufe des Tages ein buntes Meinungsbild zu verschiedenen Themen.

Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben.
Hier nun die Ergebnisse:

Armut - was heißt das?

„Armut heißt ausgegrenzt sein.“

„Armut hat sicher nicht nur mit Geld zu tun!
Seelische Armut: Vernachlässigung, Kindesmissbrauch…“

„Armut ist für mich, wenn du keine Freunde hast. Reich warst du, wenn du fünf in deinem Leben zählen kannst.
Ich bin dankbar, dass ich echte Freunde habe.“

„Sich das allernötigste zum Leben nicht leisten können.“

„Wenn keine Möglichkeit zum Austausch besteht (geistige Armut), fühle ich mich arm.“

Was brauche ich um reich zu sein?

„Freunde. Familie.“

„Liebe. Familie. Partner. Freunde.“

„Wärme.“

„Einen Job, der mir Spaß macht. Eine Familie, die hinter mir steht. Freunde, die auch mal da sind, wenn es mir dreckig geht und ich geb es zu, das nötige Kleingeld, um viele schöne Dinge zu machen.“

„Eine Familie die hinter mir steht, meinen Freund an meiner Seite, einen Ort, an den ich mich gerne zurückziehe.
->Geborgenheit“

Wo fühle ich mich arm?

„Wenn mir die passenden Worte fehlen, traurige oder verzweifelte Mitmenschen zu trösten.“

„Wenn ich meine Kinder oder Hilfsbedürftige unterstützen möchte und selber leider nicht genug verdiene…“

Franz von Assisi- alles verschenkt und trotzdem reich?

„Ganz bestimmt- aber das zu wiederholen glaube ich nicht zu schaffen.“

Was kann ich als Einzelner gegen Armut tun?

„Mich ehrenamtlich engagieren.
Andere informieren.
Geld spenden.
Mit offenen Augen durchs Leben gehen und nicht immer weggucken.“

„Mit offenen Augen und Ohren Menschen begegnen.“

„Man kann Materielles spenden, z.B. Anziehsachen, die zu klein sind, Dinge die man nicht mehr benötigt.
Man kann auch seelischen Beistand geben. Ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind und dass sie nur, weil sie arm sind, keiner beachtet.“

Mein neuer Laptop hat 1000€ gekostet-jetzt bin ich arm. Jammern auf hohem Niveau?

„Jammern tun immer die, die sowieso genug haben.“

„Arm sicher nicht, aber die Kasse ist leer. Aber wer sich den Laptop leisten kann, hat sicherlich schnell wieder genug zusammen.“

„Haste mal `ne Mark?“- Wie reagiere ich?“

„…wenn ich Kleingeld in der Jackentasche habe, gebe ich es weiter und fühle mich „erleichtert“.“

„Wenn ich Geld in der Jackentasche habe, geb ich`s spontan und dann fühle ich mich gut…
Ist das komisch???“

„Wenn mich an bestimmten Orten zu viele anbetteln, ärgere ich mich.
…aber oft habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich nichts gebe.“


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